Folge “Ein Tschüß reicht hier nicht aus”

Servus, Baba, Pfiat euch, Pfiati

…. oder: warum man in Österreich für eine Verabschiedung immer etwas mehr Zeit einplanen sollte.

Einige der ersten Worte, die wir in einer Fremdsprache lernen, sind meist Gruß- und Verabschiedungsfloskeln. Kommt man nach Österreich, lernt man nicht unbedingt eine neue Sprache  – aber: gerade bei tägliche wiederkehrenden ( ja fast schon ritualisierten ) Ausdrücken, wie Begrüßungen und Verabschiedungen, spürt man immer wieder viele Unterschiede und kann oft sehr genau sagen, wo auf der Welt man sich gerade befindet.

Nehmen wir Deutschland: wer hier mit einem fröhlich-eher sing-sang-freiem „Moin Moin“ begrüßt, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Norden – genauer: aus dem nordwestlichen Teil.
Mit „Moinsen“ werden  mehrere Leute gegrüßt. Das Schöne: „Moin“ in seinen diversen Abwandlungen kann zu jeder Tages- und Nachtzeit verwendet werden.

Aber wir wollen ja nicht die Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln in Deutschland, sondern in Österreich auf näher unter die Lupe nehmen. Denn auch hier gibt es regionale Unterschiede, die wir allein bei den Kollegen tagein-tagaus sehen… also hören. Damit wir euch nicht nur mit unseren kläglichen Versuchen, österreichern zu wollen, nerven, haben Ben und ich für euch einige der schönsten und prägnantesten Verabschiedungen und Begrüßungen aufs Band sprechen lassen.

Und um auch eine kleine „wissenschaftliche“ Komponente mit einzubringen, haben wir auch nach den Ursprüngen des charmanten „Baba“,  geforscht. Natürlich verschonen wir euch auch dieses Mal nicht mit unseren Ausspracheübungen  – nur damit ihr gewarnt seid 🙂

Ach ja… und auch heute wieder gilt: wenn ihr mehr wisst als wir, wenn ihr Fragen habt oder weitere tolle Verabschiedungen, Begrüßungen und deren Herkunft ( und korrekter Aussprache) kennt: immer her damit, wir freuen uns.

Nun aber viel Spaß mit einer Lektion, die eigentlich die erste hätte sein sollen: Begrüßen und Verabschieden auf Österreichisch:

 

6 Kommentare ↓

6 Kommentare zu “Servus, Baba, Pfiat euch, Pfiati”

  1. Petrus* 12. November 2011 um 19:07 #

    Hallo Julia, hallo Ben,

    war auch wieder sehr schön euch „guten Tag“,“ servear“ oder „babar“ begrüßen zu können. Da sag ich mal guten Abend 🙂

    Also „servus“ kommt ja aus dem lat. und heißt „dein Diener“ oder freier übersetzt „zu Diensten“. So hat sich ja viel aus diesen Begrüßungsformeln (um)gebildet. Nun wieder sehr schön an die Frau/den Mann gebracht! Wünsch euch weitere schöne Worte…

    Euer Petrus*

  2. Julia 13. November 2011 um 11:06 #

    Hallo lieber Petrus,

    vielen Dank für den Ursprung des Wortes Servus. Ja, da kommen alte Latein-Unterricht-Erinnerungen wieder hervor 🙂

    Schön ,wenn wir über unsere Podasts hinaus noch viele weitere spannende Infos bekommen 🙂

    Viele Grüße aus dem immer kälter werdenden Salzburg !

  3. eva 15. November 2011 um 10:16 #

    hallo julia&ben,

    interessant zunächst, dass ich erst entdeckt habe, dass und wie oft ich ‚baba‘ sage, seit ich in deutschland lebe. genau nämlich, wenn ich mit österreichischen familienangehörigen telefoniere und mir einer meine/r deutschen familienmitglieder dabei zuhört. und mein lieblingspiefke – ein rheinländer übrigens – imitiert mich dann immer und muss darüber schrecklich lachen. daher hab ich mich also auch schlau gemacht, was ich denn da eigentlich sage. und ich habe herausgefunden, dass es tatsächlich aus der lallsprache der kleinkinder stammt – und daher nicht von bye-bye, nicht aus dem türkischen, hebräischen oder slawischen kommt – obwohl es da ähnlich klingende grußformeln gibt. allerdings existiert doch eine parallele: nicht wenige davon, also z.b. bye-bye, gehen ebenfalls auf das kleinkinderbrabbeln zurück – und insoferne sind alle solche gruß- bzw. abschiedsformeln eben doch irgendwie verwandt. zum ausdruck kommt dabei wohl eine gewisse intimität und es wird daher eher unter freunden und familienanghörigen, jedenfalls aber in informellen zusammenhängen verwendet.

    das ländliche, vetrautere ‚pfiat di‘ – ‚pfiat eich‘ (‚Pfiat di gott’=’behüt‘ dich gott‘) wäre noch zu ergänzen mit dem offizielleren: ‚pfiat ihna‘ oder ‚Pfiat eana‘, also die ‚Sie‘-Variante (=’behüte Sie Gott‘)

    das wär’s vorerst, also dann: alles gute und baba!
    eva

    • Julia 18. November 2011 um 22:03 #

      Hallo Eva,
      wow…erneut hast du es auf den Punkt gebracht 🙂 Danke !!!!
      Ja, bei der Herkunft haben wir uns dann auch auf die Babys geeinigt….weshalb die ersten Worte der Kleinen ja oft auch nicht wie viele denken (hoffen) Papa ist, sondern eben das erste, was Babys ganz einfach heraussprudeln…aber dennoch ist es ein wahres Phänomen, wie viele Abschiedsfloskeln da manchmal kommen 🙂 Aber es ist immer herzlich und schön.

      Danke für deinen tollen Input!!!!!
      Ciao, bye und salute 🙂
      Julia

      • Thomas 3. März 2014 um 13:59 #

        Noch ein späterer Kommentar, zur Abrundung des Ganzen: ich glaube zusätzlich zu den obigen Erklärungen ist ein Komponente das Wort Baiser – „küssen“ im übertragenden Sinne – man sprach ja viel französisch früher am Hofe, und unter guten Bekannten/Freunden, und als herzlich gemeinte Geste, und anstatt oder zusätzlich zum Wangenkuss, sagte man zusätzlich baba für „Küsschen“ – eben als Ableitung vom französischen. So habe ich es eigentlich immer verstanden, aber genau weiss ich es leider auch nicht!

  4. checker_king 18. März 2014 um 3:09 #

    Hey ihr beiden… ^^
    Hab gerade gegoogelt wie ich mich von nem östereichischen guten Freund in ner e-Mail verabschieden kann und bin dabei auf euch gestoßen…!
    Super genial…
    Hier schau ich jetzt öfter rein! 🙂
    „Ich“ finde, hat nen kleinen touch von „Spaß mit Flaggen“ (s.BigBangTheory)
    Aber ne TOP Info!

    Dankeschön an euch…
    checker 8)

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